Prävention – die Kunst gesund zu bleiben


Bildnachweis: istockphoto.com © webphotographeerKrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck nehmen immer mehr zu. Letztlich sind sie auf eine ungesunde Lebensweise zurückzuführen. Würden wir alle mehr in die Vorbeugung investieren, könnte unsere Lebensqualität verbessert und die Lebensspanne, in der wir eigenständig und gesund bleiben, erheblich verlängert werden.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen fangen bei regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung an und hören mit Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen auf. „Eigentlich kann jeder etwas für die Gesundheitsförderung tun, und zwar indem man Sport treibt, auf richtige Ernährung achtet und Übergewicht vermeidet“, sagt Dr. Andreas Weyenberg, Präventionsmediziner aus Bonn. „Aber es wäre gut, wenn es darüber hinaus innerhalb des Gesundheitssystems Möglichkeiten gäbe, entsprechende Aktivitäten zu fördern. Denn nicht jeder hat die notwendige Willenskraft, etwas für sich selbst zu tun.“ Schon seit Längerem bieten die Krankenkassen neben Vorsorgeuntersuchungen auch präventive Maßnahmen in Form von Sportkursen, Ernährungsberatung oder Seminaren zur Stressbewältigung an. Tatsächlich hat die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2009 ergeben, dass die Inanspruchnahme von präventiven Leistungen der Krankenkassen durch Versicherte seit 2003 um zwei Drittel gestiegen ist. Dabei ist das Interesse an sportlichen Maßnahmen besonders hoch. Andererseits werden viele ärztliche Präventionsuntersuchungen, wie beispielsweise Blutuntersuchungen, Hautscreening oder professionelle Zahnreinigung, von den gesetzlichen Krankenkassen weitgehend noch nicht übernommen.

Gesundheitsförderung für jedermann

Auch erreichen präventive Maßnahmen noch zu wenig Menschen. Wie Manfred Dickersbach vom Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (LIGA.NRW) bestätigt, „nehmen Frauen und Männer der oberen Bildungsgruppe Präventionsangebote der Krankenkassen eher in Anspruch, als Menschen der unteren Bildungsgruppe“. Um wirksame Prävention zu betreiben, müssen allerdings alle Bevölkerungsschichten erreicht werden. Am leichtesten lassen sich Menschen erreichen indem Maßnahmen in ihren Alltag integriert werden, beispielsweise in Kindergärten, Schulen, am Arbeitsplatz und in sozialen Einrichtungen. „Besonders Kinder sind noch unvoreingenommen und offen für präventive Ideen und Gedanken. Aber auch Unternehmen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen. Schätzungsweise 225 Milliarden Euro Schaden entstehen der deutschen Wirtschaft jährlich durch stressbezogene Erkrankungen und deren Folgen“, sagt Prof. Alfred Wolf, wissenschaftlicher Leiter des Studiengangs Präventionsmedizin an der Dresden International University. Große Unternehmen wie die Telekom beispielsweise bieten jährliche Gesundheitschecks sowie vertrauliche Beratung und Workshops zu Gesundheitsthemen für ihre Mitarbeiter an. Auch gibt es Kooperationen mit Sportstätten und zum Teil sogar eigene Gesundheitszentren vor Ort: Mitarbeiter der Telekom in Bonn-Beuel können für eine geringe Monatsgebühr den Fitnessbereich und das Physiotherapiezentrum vor Ort nutzen.

Verantwortung liegt auch bei einem selbst

„Gesundheitsförderung ist auch immer eine gesamtgesellschaftliche, und damit auch eine politische Aufgabe im Hinblick auf die bevölkerungsbezogene Lebensqualität“, sagt Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e. V. (BVPG). „Dabei geht es um dauerhafte Infrastrukturen, um gelingende Kooperationen und um zielgruppenspezifisch ausgerichtete und wirksame Angebote.“ Eines dieser Angebote ist der im Jahr 2008 von der Bundesregierung gestartete nationale Aktionsplan „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ (weitere Informationen unter www.in-form.de). Ziel dieser Initiative ist die Vorbeugung von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und der damit einhergehenden Krankheiten durch verschiedene Projekte. Ein wichtiges Ziel ist wohl ein Umdenken, weg vom Dogma der Reparaturmedizin und hin zu der Notwendigkeit zu Prävention. Doch liegt die Verantwortung zur Gesundheitsförderung und -erhaltung letzten Endes auch bei jedem selbst. Dazu zählt Inanspruchnahme der von den Kassen angebotenen Leistungen genauso wie der eigene Beitrag durch Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein positiver Lebensstil. „Die Entscheidung zwischen Pommes und Salat, Fahrradhelm und Gehirnerschütterung oder Treppensteigen und Aufzug ist keine wirklich unlösbare Herausforderung“, so Prümel-Phillippsen.

Bildnachweis: istockphoto.com © webphotographeer

Bookmark the permalink.

Comments are closed.